Der erste internationale Wettkampf, die ersten Sprünge der Saison, die ersten Bezirksmeisterschaften in Gersthofen: Beim jährlichen Kreisspringertag der Abteilung Leichtathletik häuften sich die Premieren. Eine davon erlebte auch Organisatorin Angelika Scheich.
Bis aus Hamburg und sogar Australien kamen beim traditionellen Kreisspringertag in Gersthofen die Teilnehmenden. Insgesamt 216 Athletinnen und Athleten aus insgesamt 33 Vereinen maßen sich am vergangenen Samstag auf der Anlage in der Schubertstraße in den Sprungdisziplinen. Die Abteilung Leichtathletik des TSV 1909 Gersthofen e.V. richtete den Wettkampf wie jedes Jahr zu Beginn der Freiluftsaison aus, um den Springern ab neun Jahren zu ermöglichen, ihre Form zu testen. „Unser Springertag ist der erste Wettkampf für alle Springer, um ihr Können im Freien zu testen. Ich glaube – so hört man auch von Athletinnen und Athleten – er ist ein Wettkampf mit einer entspannten Atmosphäre und so etwas finde ich, klingt doch echt gut“, freute sich Organisatorin Angelika Scheich nach der Veranstaltung.
Scheich, die seit Jahrzehnten Mitglied der Abteilung ist und schon häufig als Helferin beim Wettkampf dabei war, hatte erst im Februar das Amt der Sportwartin übernommen und war dann direkt in die Organisation des Wettkampfs eingestiegen. „Für mich persönlich war es eine große Herausforderung, denn auch wenn ich der Leichtathletik schon sehr lange in den verschiedensten Positionen verbunden bin, so war es doch mein erster Wettkampf, bei dem ich die Leitung und somit auch die Organisation innehatte“, gibt sie zu. Zeitplan erstellen, Mailkontakt mit den Athleten, Helfersuche und die technische Abwicklung hatten ihr auch mal eine schlaflose Nacht bereitet.
Umso schöner, dass beim Wettkampf selbst alles glatt gegangen war – bis auf Kleinigkeiten, die irgendwie auch dazu gehören. Verstopfte Toiletten im Betriebsgebäude der Stadt Gersthofen, Verschiebungen im Zeitplan und Probleme mit dem Drucker trübten die gute Stimmung aber keineswegs. Das sommerliche Wetter trug seinen Teil dazu bei. Als Organisatorin durfte Scheich dann nach all der Vorbereitung den Wettkampf auch genießen und nicht nur zahlreiche Athletinnen und Athleten aus Gersthofen, sondern auch ihren Sohn Maximilian anfeuern, der im Trikot der SpVgg Auerbach/Streitheim beispielsweise im Stabhochsprung die 3,42 Meter übersprang und Kreismeister wurde.
Doch nicht nur die Kreismeister wurden in diesem Jahr geehrt, für die Senioren fand zusätzlich die Schwäbische Meisterschaft in allen vier Disziplinen statt. Teilnehmer bis zur Altersklasse M75 kämpften um die Bezirkstitel und zeigten, dass Leichtathletik nicht nur was für junge Hüpfer ist. So sicherte sich etwa Jürgen Hinterstößer von der LG Reischenau-Zusamtal – traditioneller Teilnehmer beim Gersthofer Springertag – den Titel im Stabhochsprung der Altersklasse M65.
Angelika Scheich freute sich besonders über die kleinen Geschichten am Rande, wie die Starterin aus Australien, die für die LG München gemeldet war. „Sie hat ihren ersten weltweiten Weitsprungwettkampf bei uns hier gemacht und es hat ihr wohl sehr gut gefallen. Letztes Jahr war sie noch in Sydney und Perth aktiv“, erzählt Scheich. Mit 5,33 Meter gewann die Athletin den Weitsprung der Frauen. Beim abschließenden Dreisprung durfte Scheich dann am späten Samstagnachmittag sogar selbst noch in die Rolle der Kampfrichterin schlüpfen. „Das hat mich gefreut, das mache ich immer wieder sehr gerne.“
Nach dem Wettkampf ist nun vor dem Wettkampf – wenn auch es bis zur Organisation des nächsten Events noch etwas dauert. Im September richtet die Abteilung erstmal das Kreis-Cup-Finale U10 und die Landkreismeisterschaften in der Kinderleichtathletik aus. Doch langweilig wird es der neuen Sportwartin bis dahin nicht – immerhin wird die Abteilung Leichtathletik in diesem Jahr 50 Jahre und plant die ein oder andere Feierlichkeit – bei der natürlich auch der Sportcharakter nicht fehlen wird.